Die Buchhandlung mit den velen guten Seiten und dem blauen Pelztier

Anna, 19 Jahre

Annas Buchtipps

Wesley King: "Daniel is different"

Daniels Leben ist von Zwängen bestimmt. Warum es besser ist den Gang mit fünf als mit vier Schritten zu durchqueren, kann Daniel nicht erklären, aber es ist so. Auch das Zähneputzen und das Lichtausmachen muss perfekt ablaufen, bevor er ins Bett gehen kann. Wer weiß, ob er sonst wieder aufwacht. Nur das Schreiben an seinem Roman gibt ihm Halt. In der Schule versucht er seine so genannten Zaps zu verbergen, hat er doch eigentlich andere Sorgen, wie die anstehende Football-Meisterschaft und Raya, das Mädchen, für das er schon immer geschwärmt hat. Bis ihn Sara, von allen nur Psycho-Sara genannt, anspricht und ein Abenteuer beginnt, das auch seine Gefühlwelt schwer belasten wird…

Daniel leidet an sogenannten Zwangsstörung, die in ihrer kausalen „Sinnlosigkeit“, für Daniel aber unumgehbaren Ausweglosigkeit äußerst realistisch dargestellt wird. Der Autor selbst hat solche Erfahrungen machen müssen und bringt so direkte Erfahrungen mit ein. Die um das eigentliche Problem gesponnenen Geschichte ist zwar eher offensichtlich und mit einem durchschnittlichen Spannungsbogen, macht aber gerade dadurch den Unterschied zu einem psychologischen Sachbuch. Wer sich dieser Thematik nähern möchte – Jugendliche oder Erwachsene -, sei es aus Interesse oder eigener Erfahrung, der ist mit diesem Buch als Einstieg sehr gut beraten. Jedoch wäre es wahrscheinlich hilfreich, sich im Anschluss eingehender mit der Krankheit zu beschäftigen. Der Roman stellt auch eine mögliche Schullektüre dar, die inhaltlich durch den Unterricht ergänzt werden sollte.

Altersempfehlung: bei Interesse für das Thema ab 15 Jahren

Note: 1

 

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Mein Tipp im Mai 2017:

Rainbow Rowell, Fangirl. Erscheint im Juli 2017 bei Hanser und kostet 18 €. Das Buch kann ab sofort bei uns vorgemerkt werden!

Cath und ihre Zwillingsschwester Wren waren immer unzertrennlich, doch jetzt im College möchte Wren ihre eigenen Wege gehen und Cath ist auf sich allein gestellt. In einer neuen Umgebung, mit einer völlig fremden Mitbewohnerin und der ständigen Sorge um ihren Vater, der droht sich in seiner Arbeit zu verlieren, ist das Schreiben von Fanfiction das Einzige, was ihr Halt gibt. Sie flüchtet sich in die Welt des Simon Snow, doch Levi, der Exfreund ihrer Mitbewohnerin, und Nick, mit dem sie eine Geschichte für Kreatives Schreiben verfassen soll, locken sie aus der Reserve. Ist Cath bereit für dieses neue Leben?

Rainbow Rowell, Autorin von „Eleanor und Park“, schreibt gewohnt einfühlsam. Das Buch spricht vor allem diejenigen an, die sich in einer neuen Lebenssituation vorfinden, aber auch alle, die Rainbow Rowells Art zu schreiben mögen. Das Ende mag etwas gestellt herüberkommen. Im Großen und Ganzen verschont die Autorin eine jedoch nicht mit Problemen und schwierigen Situationen. Das Thema Fanfiction setzt sie gekonnt ein. Man muss sich selbst nicht damit auskennen, wird aber im Anschluss über dieses neue Phänomen Bescheid wissen. Ein rundum empfehlenswertes Buch, das ich innerhalb eines Wochenendes verschlungen habe.

Note: 1

Anna Walter

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Mein Tipp im Februar 2017:

Sarah Benwell , Es.Ist.Nicht.Fair. 

Hanser Verlag, 18 €

Sora leidet an der unheilbaren Krankheit ALS. Diese zwingt ihn im Rollstuhl zu sitzen und zuzuschauen, wie immer weniger Muskeln seines Körpers funktionsfähig sind. Sora wird bald durch diese Krankheit sterben. Da Sora nicht mehr in eine richtige Schule gehen kann, hat er wenige Freunde. Doch als er sich bei einem Chatroom im Internet anmeldet, lernt er Mai und Kaito kennen. Zusammen mit ihnen versucht er die kurze Zeit seines Lebens noch so selbstbestimmt, wie möglich zu verbringen. Und auch das Ende seines Lebens möchte er noch selbstbestimmen können… 

 Die Autorin hat ein Werk geschaffen, dass berührend ist durch seine liebevollen Personen und realistischen Begebenheiten, aber auch erschreckend und nachdenklich machend, da es das Tabuthema „Suizid“ anspricht und fragt, inwieweit wir unser eigenes Ende hinnehmen müssen oder beeinflussen dürfen. Das Ende lässt viele Fragen offen, die wahrscheinlich pauschal nicht beantwortet werden können. Der Leser wird vor vollendete Tatsachen gestellt, kann sich so jedoch in die Mutter, die Großeltern und Freunde einfühlen. Ein sehr gelungenes Buch, wenn auch keine einfache Kost. 

 Note: 1 

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Victoria Aveyard

Gläserndes Schwert

 Mare hat rotes Blut und doch eine besondere Fähigkeit, wie sie sonst nur bei Silbernen auftaucht. Sie kann Blitze erzeugen und kontrollieren. Deswegen musste sie zusammen mit dem silbernen Prinzen Cal vor dessen Bruder Maven fliehen. Doch es gibt noch mehr, die so wie Mare sind, sogenannte Neublütler. Mare hat es sich zur Aufgabe gemacht diese zu finden und so eine Armee zu erschaffen, um den Verräter Maven zu finden und ihn und seine intrigante Mutter von Thron zu stürzen. Aber kann sie ihren Verbündeten von der Scharlachroten Garde trauen und auf wessen Seite steht Cal?

 

Ich habe den ersten Band der Reihe "Die rote Königin" mit Begeisterung gelesen und war deshalb um so mehr auf die Fortsetzung gespannt. Insgesamt ist der Autorin ein spannender zweiter Teil gelungen. Der Titel hat nichts Ersichtliches mit dem Inhalt zu tun und manchmal fehlt dem Buch eine innovative Idee. Wer jedoch "Die rote Königin" mochte, dem wird auch die Fortsetzung sehr gut gefallen. Ich bin schon auf den dritten Teil gespannt.

Note: 1-

 

 

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Marie Lu

Young Elites – Die Gemeinschaft der Dolche

Adelina hat das grausame Blutfieber überlebt. Doch sie bleibt gezeichnet und von ihrer Familie und der Gesellschaft verachtet zurück. Sie ist eine sogenannte Malfetto. Doch als ihr Vater sie verkaufen will, rennt sie davon. In dieser stürmischen Nacht entdeckt sie, dass die Krankheit mehr hinterlassen hat als ihr entstelltes Aussehen. Adelina ist eine Begabte. Sie schafft es in die Gemeinschaft der Dolche aufgenommen zu werden, einer Widerstandsgruppe von Begabten. Doch Adelina wird zu Verräterin und sie muss sich entscheiden, wem ihr Herz gehört…

Das Buch ist der Auftakt zu einer neuen Fantasyreihe. Insgesamt hat das Buch nicht viel Neues zu bieten, außer dass die Hauptperson nicht die Heldin ist, die man erwartet. Vom Aufbau und Inhalt ähnelt es vielen neuern Fantasyromanen. Es lässt schön lesen.

Note: 3+

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Mein Tipp für Juni:

Elizabeth LaBan "So wüst und schön sah ich noch keinen Tag"

Bis jetzt war Tim immer nur der, den jeder anstarrte, mit dem aber niemand was zu tun haben wollte. Tim ist ein Albino. Für die letzte Hälfte seines letzten Schuljahrs hat er die Chance auf das renommierte Irving Internat zu gehen. Schon vor dem Schulbeginn lernt er die wunderschöne und beliebte Vanessa kennen und anstatt ihn zurückzuweisen, lässt sie sich auf eine Freundschaft mit Tim ein. Tim scheint alles gefunden zu haben. Doch der bevorstehenden Tragödie kann er nicht ausweichen…

Das Buch ist aus der Sicht des ein Jahr jüngeren Duncan erzählt, der zufällig in die tragischen Ereignisse mithineingezogen wurde. Tim hat die gesamt Geschichte von Anfang bis zum Ende auf CD aufgesprochen, um Duncan alles zu erklären. Somit weiß der Leser zwar, dass es eine Tragödie gab, aber er kennt nicht ihr gesamtes Ausmaß, sondern muss den Erzählungen von Tim chronologisch folgen. Dadurch gelingt es der Autorin, dass das Buch von Anfang bis zum Ende sehr spannend bleibt. Wie aber der Hinweis Tragödie schon verrät, handelt es sich um ein sehr trauriges Buch.

Note: 1

 

 

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Sophie Jordan "Infernale"

Davy führt ein Traumleben. Sie ist eine begnadete Musikerin, gut in der Schule, hat eine sie liebende Familie und den besten Freund. Doch vom einen auf den anderen Tag ist alles weg. Bei ihr wird das sogenannte HTS-Gen diagnostiziert. Das heißt, sie ist genetisch darauf programmiert einmal eine Mörderin zu werden. Davy muss erfahren, wie schnell sie alles, was sie für selbstverständlich hielt, verlieren kann, und lernen in einer Welt zurecht zu kommen, in der sie nicht mehr willkommen ist. Doch sie findet unerwartete Hilfe…

Das Buch zeigt ein Szenario, welches nicht sehr unrealistische erscheint. Immer mehr Gene können in unserer Welt entschlüsselt werden und, dass dies nicht nur Vorteile mit sich bringt, zeigt dieses Buch anschaulich. Die Protagonistin wird sehr einfühlsam beschrieben, doch leider erscheint die eingebaute Liebesgeschichte zum Teil sehr kitschig und offensichtlich. Das Buch bringt mit seinem Konzept nichts wirklich Neues, ist aber dennoch eine nette Lektüre.

Note: 2-3

 

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Meine Tipps im März:

Linda Sue Park "Der lange Weg zum Wasser"

2009: Jeden Tag läuft Nya zweimal zur Wasserstelle, um das wenige, schmutzige Wasser von dort zu ihrer Familie ins Dorf zu bringen. Das Wasserholen ist ihre einzige Beschäftigung, zur Schule gehen kann sie nicht. Nya lebt im Südlichen Sudan

Auch Salva lebte dort als 1985 der Bürgerkrieg ausbrach. Allein muss er als Elfjähriger aus dem umkämpften Gebiet fliehen, doch wohin? Er muss unvorstellbar Schreckliches erleiden und dennoch darf er daran nicht zerbrechen.

Dieses Buch ist zugleich erschreckend und hoffnungsvoll. Die Geschichte, die auf einer wahren Begebenheit beruht, berührt beim Lesen und macht einen nachdenklich und zeigt, welches Glück wir haben.

Note: 1

 

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Robin Benway "Emmy und Oliver"

Vor 10 Jahren wurde Oliver von seinem eignen Vater entführt. Seit diesem schrecklichen Ereignis in der 2.Klasse verging für Emmy kein Tag, an dem sie nicht an ihren besten Freund aus der Grundschule gedacht hat. Doch dann taucht er wieder auf. Emmys Wünsche scheinen in Erfüllung zu gehen. Aber kann sie, kann er die letzten 10 Jahre einfach vergessen? Können sie dort anknüpfen, wo sie aufgehört haben?

Der Grundgedanke, das  Leben nach einer Entführung, wenn man selbst nicht mehr weiß, wohin man eigentlich gehört, klingt vielversprechend. Teilweise schafft die Autorin es auch, dieses ernste Thema aufzugreifen, doch leider schafft sie es nicht immer dem Potential dieses Themas gerecht zu werden und die kitschige Liebesgeschichte ist leider stellenweise zu idealisiert. Dadurch ist das Buch leider nur noch als nette Lektüre, wenn man nichts Anspruchsvolles sucht geeignet.

Note: 3

 

 

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Mein Tipp im Februar:

Virginia Boecker "Witch Hunter"

Elizabeth Grey wurde zu einem der besten Hexenjäger Anglias ausgebildet. Sie wurde dazu erzogen alles, was mit Magie zu tun hat zu hassen. Doch dann wird sie selbst als Hexe verdächtigt, ins Gefängnis geworfen, um auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden. Doch ausgerechnet Nicholas Peveril, der mächtigste Zauberer des Landes, rettet sie. Aber was will er von ihr? Bald muss sie erkennen, dass nichts ist, wie sie immer gedacht hat…

Dieses Buch mischt Fantasie mit einem realistischen Bild des alten Englands. Das Buch ist absolut spannend geschrieben und man kann wirklich nachvollziehen, was in Elizabeth vorgeht, ihre Unsicherheit, ihre Treue, ihr Mut. Ich kann es kaum erwarten den zweiten Band „The King Slayer“ zu lesen. Endlich mal wieder ein gutes Fantasy-Buch.

Note: 1+

 

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Mein Tipp im Januar: U. Posnanski "Layers"

Nachdem Dorian von zuhause abgehauen ist, lebt er auf der Straße. Doch eines Tages wacht er neben einer Leiche auf und alles deutet darauf hin, dass er der Mörder ist. Genau in diesem Moment bietet ihm ein Fremder unerwartet Hilfe an und bringt ihn in eine Villa, in der noch andere Jugendliche wie er wohnen. Doch Dorian ist skeptisch, da er, außer Zettel für Wohltätigkeitsorganisationen zu verteilen, nichts als Gegenleistung erbringen muss. Als er jedoch nach einiger Zeit ungewöhnliche Werbegeschenke verteilen soll, gerät in eine Gefahr, die er sich niemals hätte vorstellen können und in der er nicht mehr weiß was Wahrheit ist und was nicht…

Wie man es von Ursula Poznanski gewohnt ist, so ist auch Layers wieder ein packender Thriller für Jugendliche, der keineswegs unrealistisch ist. Von der ersten bis zur letzten Seite rätselt und fürchtet man mit Dorian.

Note: 1