Die Buchhandlung mit den velen guten Seiten und dem blauen Pelztier

Verlag: Insel

Preis: 14,99 €

Katy Simpson Smith

Eine Geschichte von Land und Meer

North Carolina, 1793: John lebt mit seiner 10-jährigen Tochter in einem kleinen Haus am Meer. Tabitha ist ein neugieriges und lebenslustiges Mädchen. Tagsüber besucht sie die Schule oder spielt am Strand, während John in seinem kleinen Laden Lebensmittel und Haushaltswaren verkauft. Abends erzählt er ihr Geschichten vom Meer und von ihrer Mutter, die bei der Geburt starb. Als das Mädchen schwer erkrankt, sieht John ihre einzige Überlebenschance darin, sie mit auf ein Schiff zu nehmen. Doch Tabitha wird nicht wieder gesund und John verliert nach seiner Frau auch noch seine Tochter.

Rückblick (1771): Helen hat als einzige Tochter eines reichen Plantagenbesitzers eine unbeschwerte Kindheit. Ihre Mutter starb im Kindbett und der Vater möchte sie als Erbin seines Lebenswerks standesgemäß verheiraten, um so den Familienbesitz zu sichern. Als sich Helen in den Soldaten John verliebt und ihr Vater dieser Verbindung nicht zustimmt, besteigt das junge Paar ein Schiff und verbringt ein Jahr auf hoher See, bevor sie aufs Land zurückkehren. Wenig später stirbt Helen bei der Geburt ihrer Tochter Tabitha und John bemerkt, dass ihn mit Helens Vater nicht nur die Liebe zu Helen, sondern auch die Sorge um Tabitha verbindet.Dass es noch einen dritten Teil gibt, der das unspektakuläre Schicksal der verbliebenen Protagonisten (sind sowieso nicht mehr viele) schildert, sei hier verschwiegen.

Nachdem der Leser bereits im ersten Teil des Romans über das vorzeitige Ableben der Protagonisten informiert wird, fiebert man dem Fortgang der Handlung nicht gerade entgegen. Die Geschichte von Land und Meer überzeugt, wenn überhaupt, durch die eindrückliche Sprache und das bewegende Schicksal der Menschen, von denen sie erzählt. Sie handelt von Liebe, Fernweh und Vergebung und davon, alles zu tun, um die zu schützen, die man liebt.


Hanna Lörner, 22