Die Buchhandlung mit den velen guten Seiten und dem blauen Pelztier

Verlag: Bloomsbury Berlin

Preis: 16,99€

Gilles Paris

Der Glühwürmchensommer

Herrlich komödiantisch, kurzweilig erzählt und ein kleines bisschen verrückt – das ist der „Glühwürmchensommer“. Der neunjährige Victor Beauregard hat nach eigenen Angaben „zwei Mamas und einen Papa“. Statt seines Vaters lebt Victors Mutter mit ihrer Lebensgefährtin Pilar zusammen, die für den Jungen und seine pubertierende Schwester Alicia schnell zu einer zweiten Mama geworden ist. Trotzdem vermissen die beiden ihren Papa, der von seiner verstorbenen Schwester ein Apartment am Meer geerbt hat. Und weil er selbst nicht hin reisen möchte, verbringt die übrige Familie ihre Ferien dort. Wenn Victor nicht gerade im Meer seine Schwimmfertigkeiten perfektioniert oder seine Schwester ärgert, trifft sich er mit seinem besten Freund Gaspard und dem hübschen Mädchen Justine. Gemeinsam erkunden sie den geheimnisvollen „Zöllnerweg“, an dem einige prächtige und längst in Vergessenheit geratene Villen liegen. Hier lernen die drei Kinder auch die Zwillinge kennen, zwei Jungen, die alles über die alten Gebäude wissen und Victor und die anderen zu Erkundungstouren verleiten.

Inmitten dieser Abenteuer versucht Victor herauszufinden, wie er seine Eltern wieder zusammenführen kann, was es mit seiner verstorbenen Tante auf sich hat, warum sein Vater sich weigert, die Ferien in deren Apartment an der Küste zu verbringen und weshalb Glühwürmchen einen Sommer so besonders machen. Trotz einiger verstörender Momente und fließender Übergänge zwischen Realität und Fantasie steht am Ende doch eine bedeutende Erkenntnis: eine gesunde Neugier zu bewahren ist manchmal wichtiger als das Erwachsenwerden. Das gelingt jedoch erst, wenn man die Welt durch die Augen eines Kindes sieht – dann wird sichtbar, was den Erwachsenen verborgen bleibt.

Hanna Lörner