Die Buchhandlung mit den velen guten Seiten und dem blauen Pelztier

Charlotte Rogan

In einem Boot

Der österreichische Erzherzog stirbt bei einem Attentat.
Am Vorabend des ersten Weltkriegs wollen der Banker Henry Winter und seine Frau Grace Europa den Rücken kehren und schiffen sich auf der Zarin Alexandra in Richtung der USA ein. Nachdem etwa die Hälfte der Strecke zurückgelegt ist, erschüttert eine Explosion das Schiff. Alle Passagiere werden aufgefordert sich an den Rettungsbooten einzufinden. Henry erkauft seiner Frau einen Platz in einem der überfüllten Rettungsboote, danach verlieren sich die beiden aus den Augen.
Fast 3 Wochen treibt dieses Rettungsboot über den Nordatlantik, manchmal in Kontakt mit anderen Rettungsbooten, manchmal alleine mit einem Sturm auf offener See. Natürlich entstehen Spannungen, und als endlich ein isländisches Fischerboot die Überlebenden findet, ist deren Zahl bereits stark gesunken. Intrigen und kaltblütige Morde im Kampf um das eigene Überleben haben die Insassen des Bootes erlebt.
Nach der Ankunft in Boston werden Grace und zwei weitere Überlebende des Mordes angeklagt. Doch kann man als Mord bestrafen, was im Kampf um das eigene Überleben getan wurde?

Dieses Buch erfordert ziemlich viel Konzentration. Die Autorin hat sich sehr stark auf Grace als Einzelperson konzentriert, dies erleichtert das Lesen manchmal ungemein, meistens ist es allerdings ziemlich verwirrend, wenn man sich zwischen scheinbar zusammenhanglosen Informationen über ihr früheres Leben irgendwie die Geschehnisse auf dem kleinen Rettungsboot zusammenbasteln soll.
Ich fand das Buch ziemlich trocken zu lesen, was erwartet man auch bei einem dreiwöchigen Aufenthalt auf einem Rettungsboot, aber dennoch denke ich, dass man die Geschichte für den Leser leichter hätte zugänglich machen können.


Erscheint im September


Note: 3+

Antonia Rösler, 15 Jahre