Die Buchhandlung mit den velen guten Seiten und dem blauen Pelztier

Graffiti in der Eibacher Hauptstraße

Eibach blüht auf Teil II

Alles blüht auf – Ein Projekt der Stadt Nürnberg für Eibach und Röthenbach

Mittlerweile ist es schon ein paar Monate her, dass ich in den Nürnberger Nachrichten von diesem städtischen Projekt gelesen hatte. Schön, dachte ich damals, und schade, dass wir da nicht dabei sind. Kurz darauf erreichte unsere Buchhandlung ein Anruf des Nürnberger Künstlers Nobert Pfeiffer, dem eben diese Tatsache auch aufgefallen war. War nicht die Buchhandlung ein lebendiger und reger Teil der Stadtkultur und sollte deshalb auch beteiligt sein?
 
Kurz und gut, wir klemmten uns ans Telefon, und nach kurzer Zeit erfuhren wir, dass wir, obwohl die Zeit knapp und die öffentlichen Gelder schon vergeben waren, uns mit einem eigenen Projekt beteiligen konnten. So entstanden das Hochbeet und die bepflanzte Kinderbank vor unserer Buchhandlung, die mit Fantasiegewächsen aus dem Eibacher Haus für Kinder geschmückt wurden, nach dem Vorbild der Blumenpoesie Norbert Pfeiffers. Das sieht alles toll aus und wird allgemein als Bereicherung unserer Straße wahrgenommen.
 


Dieses positive Feedback erinnerte uns an ein Kunstprojekt, das wir im Rahmen einer Werbemaßnahme im Herbst 2017 durchgeführt hatten: Anlässlich einer Auszeichnung als Bayerns Buchhandlung des Jahres ließen wir eine Litfaßsäule besprühen, um darauf ein Monat lang für das Lesen zu werben. Jetzt wollten wir das wiederholen und das mit Graffitis und Schmierereien besprühte Steuerhäuschen des Städtischen Klärwerks in der Eibacher Hauptstraße 72 „aufblühen“ lassen.

Nach anfänglichem Zögern stimmten die Verantwortlichen des städtischen Klärwerks unserem Vorhaben zu. Sie ließen den Turm reinigen, die Kosten für Material und Künstler übernahmen wir. Damit wollten wir der Stadt und auch „unserem“ Eibach etwas zurückgeben für die Solidarität und Unterstützung, die wir während des letzten halben Jahres und des Lockdowns von den Menschen unseres Stadtteils erhalten hatten.
 
Es kam zu einem Treffen unseres Graffitikünstlers mit Norbert Pfeiffer, und schnell wurde klar, dass der Sprayer die Gestaltung des Turms alleine übernehmen sollte. Aus der anfänglich geplanten Blumenpoesie entwickelte sich ein als Sandsteinmauer getarnter Rapunzelturm, aus dem eine Kaffee trinkende Katze in die Welt schaut – sehr zur Freude zahlreicher Eibacher, welche die Umgestaltung tagelang miterlebten und kommentierten. Mittlerweile wurde auch der Berner Sennenhund des direkten Nachbarn Teil des Gemäldes. Auch eine Fantasieblume aus der Pflanzenwelt des Künstlers Norbert Pfeiffer, die gemeine Fischkopfdolte, bereichert das Bild. So entsteht Straßenkunst.
 
Der Künstler wünscht sich, dass Kinder die fehlenden Blumen zwischen den Steinen auf die Mauer malen. Auf dem Stromkasten soll ein Blumenkasten stehen, in dem echte Blumen (Efeu?) wachsen. Die Buchhändlerin geht jeden Tag gut gelaunt an dem Türmchen vorbei und freut sich über einen schönen Anblick, der in der heutigen Zeit wirklich nicht zu verachten ist.
 
Herzliche Grüße
Doris Höreth
Buchhandung Pelzner